Zahlungsverkehr: „Das ist verrückt“: Paypal verärgert deutsche Banken

zahlungsverkehr: „das ist verrückt“: paypal verärgert deutsche banken

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Der US-Konzern hat die Abwicklung von Zahlungen geändert. Nutzer merken davon nichts, doch für deutsche Banken entsteht mehr Aufwand. Manche Institute brauchen neues Personal.

Bei Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland ist der US-Bezahldienst Paypal seit Jahren beliebt. Die heimischen Geldhäuser hat Paypal nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen dagegen durch eine Umstellung bei der Abwicklung von Zahlungen gegen sich aufgebracht.

Seit 2022 wickelt Paypal seine Zahlungen nicht mehr ausschließlich über eine Partnerbank in Deutschland ab, sondern vermehrt über eine eigene Bank in Luxemburg, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt. Die Nutzer merkten davon nichts. Doch für die deutschen Geldhäuser habe diese vermeintlich kleine Änderung unangenehme Folgen.

Sie müssen alle Transaktionen von deutschen Kunden, die Paypal über Luxemburg abwickelt, seitdem als ausländischen Zahlungsverkehr behandeln, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. Das habe zur Folge, dass die Banken diese Transaktionen intensiver überprüfen müssten, vor allem auf mögliche Sanktionsverstöße.

Bei rein inländischen Zahlungen dürften sich die deutschen Banken dagegen gegenseitig auf ihre Sanktionsprüfungen verlassen. Das erlauben Vorgaben der Deutschen Bundesbank. Durch das neue Vorgehen von Paypal sind viele Zahlungen nun aber – zumindest auf dem Papier – riskanter geworden.

„Wenn Opi Müller in Mönchengladbach bei Ebay-Kleinanzeigen etwas kauft und 30 Euro per Paypal überweist, gilt das für uns jetzt als eine grenzüberschreitende Zahlungsverkehrsangelegenheit, die wir genauer überprüfen müssen – das ist verrückt“, sagt ein Insider. „Paypal hat die deutschen Banken damit gegen sich aufgebracht.“

Geldhäuser müssen Personal aufstocken

Die deutschen Großbanken hätten sich zu dem Thema auch auf Verbandsebene ausgetauscht, heißt es in Finanzkreisen. Letztendlich bleibe ihnen aber nichts anderes übrig, als die neue Situation hinzunehmen. Um den erhöhten Prüfaufwand zu bewältigen, bräuchten einzelne Geldhäuser zusätzliches Personal.

Die Deutsche Bank, die Commerzbank und die DZ Bank wollten sich zu dem Thema nicht äußern. Die Sparkassen erklärten, sie könnten mit dem höheren Aufwand umgehen. „Bei den Sparkassen ist keine überbordende Belastung erkennbar“, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Die Deutsche Bank und die Commerzbank hätten große Abteilungen für die Abwicklung des Auslandszahlungsverkehrs, berichten Insider. Diese müssten sich jetzt eben auch um Paypal-Zahlungen kümmern, obwohl es im Auslandszahlungsverkehr typischerweise um größere Geldbeträge gehe. Das sei ärgerlich, aber zu stemmen.

Die Deutsche Bank setzt Finanzkreisen zufolge sowohl im Inlands- als auch Auslandszahlungsverkehr automatisierte Lösungen zum Überwachen von Zahlungen ein. Teilweise komme dabei auch künstliche Intelligenz zum Einsatz.

Paypal bestätigte, dass das Unternehmen seit dem zweiten Halbjahr 2022 einen Teil der Zahlungen deutscher Kunden selbst abwickelt und dafür seine luxemburgische Banklizenz nutzt. Die Banklizenz hat das Unternehmen bereits seit 2007.

„Es wurde nicht sofort das ganze Volumen abgewickelt, sondern die Umstellung ist schrittweise erfolgt“, erklärte eine Paypal-Sprecherin. „Es ist korrekt, dass bei der Einreichung von Sepa-Lastschriften in Luxemburg für deutsche Banken ein zusätzlicher Prüfaufwand entsteht.“

Voraussetzung für die Umstellung sei gewesen, dass Paypal 2022 direkter Teilnehmer beim Zahlungsabwickler Eba-Clearing geworden sei. Über Eba-Clearing läuft ein großer Teil des Zahlungsverkehrs in Euro. Das Unternehmen gehört vielen europäischen Banken.

Neben der Abwicklung über Luxemburg hat Paypal der Sprecherin zufolge jedoch auch weiterhin die Möglichkeit, Zahlungen über eine deutsche Partnerbank abzuwickeln. Um welches Institut es sich dabei handelt, will der US-Konzern nicht preisgeben.

Paypal dominiert beim Onlineshopping

Paypal ist in Deutschland die beliebteste Bezahlmethode beim Onlineshopping. Gemessen am Umsatz erfolgten im vergangenen Jahr rund 28 Prozent aller Onlinekäufe über Paypal. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des EHI, eines Forschungs- und Beratungsinstituts des Handels. Auf Platz zwei liegt der Kauf auf Rechnung. Kreditkartentransaktionen spielen in Deutschland, anders als in vielen anderen Ländern, nur eine untergeordnete Rolle.

Wie beliebt Paypal in Deutschland mittlerweile ist, zeigen auch die deutschen Nutzerzahlen: Der US-Onlinebezahldienst zählt hierzulande nach eigenen Angaben rund 35 Millionen aktive Kundenkonten, rund 32 Millionen davon dürften private Konten sein. Der Rest geht auf Händler zurück.

Als aktive Kunden betrachtet das Unternehmen Nutzerinnen und Nutzer, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Paypal für eine Transaktion verwendet haben. Die Nutzerzahl ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

Die deutschen Banken haben in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, Paypal Marktanteile abzunehmen, allerdings ohne Erfolg. Im Jahr 2015 hatten die Geldhäuser gemeinsam den Onlinebezahldienst Paydirekt gegründet, der aber weder bei Verbrauchern noch bei Händlern auf große Resonanz stieß.

Daran änderte sich auch nach der Fusion von Paydirekt mit dem schon 2005 gestarteten Bezahldienst Giropay nichts. Laut EHI kommt Giropay nur auf einen Umsatzanteil von weniger als einem Prozent. Finanzkreisen zufolge wollen die deutschen Banken den Bezahldienst deshalb nun abwickeln.

Etliche von ihnen setzen stattdessen auf die European Payment Initiative, kurz EPI. Diese will den Bezahldienst „Wero“ an den Markt bringen, der ab Sommer mit Handy-zu-Handy-Zahlungen starten will. Zum Jahresende soll dann das Bezahlen im E-Commerce folgen.

Ziel von EPI ist es, Europa unabhängiger von großen US-Zahlungsfirmen wie Mastercard, Visa und Paypal zu machen. Mehrere Regierungen und Zentralbanken unterstützen das bereits 2020 gestartete Projekt, weil es aus ihrer Sicht wichtig für die Stärkung des europäischen Finanzmarkts wäre.

Experten haben jedoch Zweifel am Erfolg von EPI, da die Banken damit spät dran sind und Anbieter wie Paypal eine starke Marktposition in Europa aufgebaut haben.

Hinzu kommt, dass EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) einen digitalen Euro planen. Einige Banken befürchten, dass die digitale Zentralbankwährung den bestehenden Zahlverfahren der Geldhäuser und auch EPI Konkurrenz machen könnte.

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